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29.03.2018

Virtuelles Kraftwerk: intelligent vernetzen

Es ist mittlerweile die dritte Delegation aus Japan, die im Rahmen einer Deutschland-Reise zu Themen der Energieversorgung auch einen Abstecher nach Iserlohn unternommen hat. Die Energiewende in Deutschland interessiert die dortigen Energieversorger, Städteplaner und Wissenschaftler sehr. In Iserlohn ist es das Projekt eines „virtuellen Kraftwerks“, also die intelligente Zusammenführung dezentraler Stromerzeuger, das die Gäste zu ihrem Abstecher zu den Stadtwerken motiviert hatte.

Während andernorts regionale „virtuelle Kraftwerke“ nur auf dem Papier bestehen, läuft es in Iserlohn bereits in kleinem Maßstab, allerdings mit deutlich größeren Ambitionen für die Zukunft. Den Aufwand, den die Stadtwerke in Zusammenarbeit mit der Uni Wuppertal betreiben, dürfte für einen lokalen Energieversorger in der Größe des Iserlohner Unternehmens ungewöhnlich sein. Es geht darum, die Herausforderungen, die der Umstieg auf regenerative Energien aus technischer wie aus wirtschaftlicher Sicht bedeutet, zu meistern und die veränderten Verhältnisse im Stromnetz zu steuern. Denn anders als bisherige Kernkraft- oder Kohlekraftwerke ist die Erzeugung von Strom aus Wind oder Sonne wetterabhängig.

Nachfrage und Erzeugung besser in Einklang bringen„Der wirtschaftliche Vorteil ist jetzt am Anfang noch nicht so groß“, erklärt Thomas Armoneit, Bereichsleiter Technisches Management bei den Stadtwerken. „Man zahlt auf das große Thema Energiewende in Deutschland ein.“ Das Projekt, an dem vier weitere Mitarbeiter der Stadtwerke und drei Wissenschaftler der Uni Wuppertal beteiligt sind, wird vom Land NRW und der EU bezuschusst.

Ziel des „virtuellen Kraftwerks“ ist es, die dezentrale Erzeugung von Energie intelligent zu steuern, und die durch erneuerbare Energie schwankende Stromproduktion mit der Abnahme in Einklang zu bringen. Dabei ist die Bezeichnung „virtuelles Kraftwerk“ nicht genau definiert, wie Armoneit erläutert. Die Idee, so ein Projekt in Iserlohn zu entwickeln, wurde vor einigen Jahren an der Stefanstraße geboren, als Iserlohn KWK-Modellkommune wurde und man noch davon ausging, dass deutlich mehr größere Blockheizkraftwerke (BHKW) mit gleichzeitiger Erzeugung von Strom und Wärme in Iserlohn entstehen würden. Durch weggefallene Fördermittel ist das aktuell unattraktiv geworden.

Dennoch: Bei den Stadtwerken an der Stefanstraße, im Wasserwerk Krug von Nidda und im Seilerseebad laufen derzeit drei vorhandene BHKW ständig, drei weitere werden bei Bedarf zugeschaltet und speisen Energie ins Netz ein und werden im Rahmen der sogenannten Regelenergie bei einem Überangebot oder technischer Notwendigkeit – in diesem Fall gesteuert von den überregionalen Übertragungsnetzbetreibern – vom Netz genommen. „Das ist ein Markt. Dafür werden wir vergütet“, sagt Armoneit.

Der wirtschaftliche Aspekt verbirgt sich in den schwankenden Strompreisen. Weht der Wind und scheint die Sonne, ist der Strom günstiger als an wind- und sonnenarmen Tagen. Muss er konventionell erzeugt werden, steigt der Preis. Deshalb haben die Stadtwerke ein Interesse daran, wenn Produktion und Verbrauch möglichst nah beieinander liegen.

Im lokalen Markt, so die Überlegung für die Zukunft, kann das ideal gesteuert werden. Blockheizkraftwerke, Windräder, Photovoltaik- und Bio-Gas-Anlagen könnten intelligent vernetzt genau nach Bedarf arbeiten und geregelt werden. Die Verbraucher könnten dann mehr Strom nutzen, wenn viel davon anfällt und günstig ist.

Genau das soll mit dem Projekt des „virtuellen Kraftwerks“ – die Stadtwerke sprechen von „WIKI – WIRtuelles Kraftwerk Iserlohn“ – im nächsten Schritt erreicht werden, den die Projektverantwortlichen an der Stefanstraße gerade konkret planen. Im Herbst sollen von der Leitwarte an der Stefanstraße aus die Blockheizkraftwerke und drei Photovoltaikanlagen intelligent gesteuert werden. Aber auch die Abnehmerseite wird integriert. „Wir suchen jetzt in Iserlohn die ganz flexiblen Verbraucher“, sagt Armoneit. Ein Iserlohner Industriebetrieb der Metallbranche wird beim Start der nächsten Entwicklungsstufe dabei sein und einen Teil der Produktion, die zeitunabhängig und automatisiert ist, in den Prozess einbinden.

Die Zukunft scheint intelligent, wenn man Thomas Armoneit zuhört. Die Ideen, den Stromfluss in Iserlohn zu regeln, enden nicht bei den vorhandenen Anlagen. Recht konkret sind die Planungen der Stadtwerke, einen Stromspeicher für Iserlohn in das Projekt zu integrieren. Im GfW-Parkhaus am Stadtbahnhof, wo es bereits mehrere Ladesäulen der Stadtwerke gibt, soll ein intelligentes System dafür sorgen, dass gleichzeitig mehrere Elektrofahrzeuge geladen werden können, ohne dass dies Auswirkungen auf die Last im Stromnetz hat. Der mögliche nächste Schritt: E-Mobile könnten Strom nicht nur abnehmen, sondern auch speichern, ihn bei Bedarf ins Netz abgeben. Die Herausforderung: Der Fahrer muss sicher sein, dass für seine nächste Fahrt der Akku auf jeden Fall reicht – Zukunftsmusik.

Kleinere Erzeuger können in Zukunft eingebunden werdenÄhnlich steht es bei den Nachtspeicherheizungen aus, die ebenfalls Strom speichern. Analoge Technik macht da eine Steuerung im Detail noch unmöglich. Auch hier wollen die Stadtwerke ein Objekt als Pilotprojekt digital umrüsten, um Erfahrungen für das lokale Stromnetz der Zukunft zu sammeln. „Wir wollen jetzt lernen und schauen, ob es funktioniert“, sagt Armoneit. „Wir fangen mit den Großen an und arbeiten uns zu den Kleinen“, sagt er. Das gilt für die industriellen Verbraucher ebenso wie für die Erzeuger. Es gibt in Iserlohn bereits über 50 kleinere BHKW und viele Solaranlagen, die langfristig einen Anteil am „virtuellen Kraftwerk Iserlohn“ beitragen könnten.

Text: Andreas Drees, Iserlohner Kreisanzeiger 

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